Eine halbe Stunde vorher
Ich war um 12:30 Uhr da, eine halbe Stunde vor Beginn. Parkplätze gab es in der Nähe der Kirche. Das klingt nach einer Nebensache, ist aber genau die Sorte Detail, die ich vorher kläre. Wer mit Ausrüstung ankommt und erst zehn Minuten lang einen Stellplatz sucht, fängt den ganzen Tag gehetzt an, und das sieht man den ersten Bildern meistens auch an.
Die Zeit vor einer kirchlichen Trauung nutze ich, um mir den Raum anzusehen. Wo fällt das Licht herein, wo kann ich stehen, ohne im Weg zu sein, welche Wege nehme ich später, wenn alle sitzen. Wenn das einmal geklärt ist, muss ich während der Zeremonie nichts mehr suchen und kann einfach schauen.
Um eins, mit etwa fünfzig Gästen
Um 13:00 Uhr begann die Trauung. Florian wartete mit den Gästen in der Kirche, Laura kam mit ihrem Vater herein. Ungefähr fünfzig Menschen waren dabei, eine Größe, bei der eine Kirche nicht leer wirkt und trotzdem ruhig bleibt. Den Einzug fotografiere ich von einer Position aus, von der ich beides sehe: den Gang und die Gesichter vorne.
Die Zeremonie dauerte fünfundvierzig Minuten. In einer Kirche arbeite ich leise und mit wenig Bewegung, ohne Blitz, mit lichtstarken Objektiven vom Rand her. Zwei oder drei Standpunkte reichen für den kompletten Ablauf. Alles darüber hinaus stört mehr, als es an zusätzlichen Bildern bringt, und eine Trauung ist kein Ort, an dem ich herumlaufen möchte.
Sekt vor der Tür
Ab 13:45 Uhr gab es Sekt und Fingerfood vor der Kirche. Das ist der erste Abschnitt des Tages, an dem sich die Gäste frei bewegen und miteinander reden, statt in Reihen zu sitzen. Ich gehe dann herum und fotografiere, was ohnehin passiert. Aus diesen halben Stunden kommen oft die Bilder, die einem Paar später am meisten bedeuten.
Das große Gruppenfoto haben wir direkt vor der Kirche gemacht, solange noch alle beisammenstanden. Es ist der einzige Zeitpunkt an so einem Tag, an dem die komplette Gesellschaft an einer Stelle ist. Danach verteilt sich das, und man bekommt die Leute nicht ohne Aufwand wieder zusammen. Zehn Minuten früh angesetzt sparen später eine halbe Stunde.
Eine Stunde in Pforzheim
Danach ging es nach Pforzheim, zehn bis zwölf Minuten Fahrt. Um 15:30 Uhr waren wir an der Feierlocation, und die Stunde bis halb fünf gehörte Laura und Flo allein. Ich lege diesen Block bewusst vor die Gruppenfotos, weil die beiden danach für den Rest des Abends kaum noch eine ruhige Minute zu zweit haben werden.
Eine Stunde klingt nach viel, ist aber ungefähr die Zeit, die man braucht. Die ersten zehn Minuten vor der Kamera sind bei fast jedem Paar etwas steif, und das ist völlig normal. Danach vergisst man mich, und ich fotografiere vor allem die Pausen dazwischen: kurz reden, kurz lachen, kurz gar nichts tun.
Familie, Freunde, Abendessen
Um 16:30 Uhr kamen die Gruppenfotos mit der engeren Familie und den Freunden. Die Kombinationen hatten wir vorher abgesprochen, und wenn jemand aus dem Kreis der Gäste beim Zusammenrufen hilft, ist ein solcher Block in gut zwanzig Minuten erledigt. Ohne Absprache dauert dasselbe leicht doppelt so lange, und am Ende fehlt trotzdem jemand.
Zwischen den Gruppenfotos und dem Essen lag der ruhigste Teil des Nachmittags. Insgesamt waren an diesem Tag etwa achtzig bis hundert Gäste da, deutlich mehr als in der Kirche. Um 18:30 Uhr wurde gegessen. Während des Essens fotografiere ich wenig und schaue eher, wer mit wem an welchem Tisch sitzt.
Überraschung, Torte, Tanzfläche
Um 20:30 Uhr gab es eine Überraschung und danach Spiele. Bei solchen Programmpunkten stelle ich mich meistens nicht zu den Akteuren, sondern dorthin, wo ich die Gäste sehe. Was vorne passiert, ist selten so interessant wie das, was in den Reihen davor an Reaktionen entsteht. Dafür brauche ich freie Sicht auf die Gesichter.
Um 21:00 Uhr wurde die Torte angeschnitten, danach wurde getanzt. Ich habe bis 22:00 Uhr fotografiert und dann zusammengepackt. Neun Stunden von der Kirche bis zur Tanzfläche sind für einen Tag mit Ortswechsel eine gute Länge. Es bleibt Luft für alles, und niemand muss zwischendurch auf die Uhr schauen.
Details
- Location
- Kirche Birkenfeld, Feierlocation in Pforzheim
- Trauung
- Kirchliche Trauung, 45 Minuten
- Gäste
- ca. 80–100, davon 50 in der Kirche
- Paket
- 9 Stunden Begleitung
- Fotos
- 300+ bearbeitete Bilder