Einzug am Arm des Vaters
Um zwei kamen die Gäste am Bürgerhaus an, und die freie Trauung begann. Alex hat vorne gewartet, Laura kam am Arm ihres Vaters. Das ist der klassische Ablauf, und er ist für mich der einfachste: Ich weiß genau, wo ich stehen muss, und kann mich ganz auf den Gang und die Gesichter in den ersten Reihen konzentrieren.
Die Zeremonie dauerte vierzig bis fünfzig Minuten und fand draußen statt. Bei rund sechzig Gästen ist der Kreis eng genug, dass ich mich frei bewegen kann, ohne jemandem im Bild zu stehen. Ich fotografiere während einer Trauung leise und ohne Blitz, gehe einmal nach hinten für die Totale und bin den Rest der Zeit seitlich unterwegs.
Gratulieren, anstoßen, anschneiden
Um Viertel vor drei gab es Sekt und Fingerfood. Diese knappe Stunde nach einer Trauung ist fotografisch fast die dichteste des Tages: Alle gratulieren, alle stehen durcheinander, und niemand denkt daran, dass jemand mit einer Kamera dabei ist. Ich mache in dieser Zeit meistens mehr Bilder als während der Zeremonie selbst.
Um vier kam die Hochzeitstorte. Der Anschnitt ist ein kurzer, planbarer Programmpunkt, bei dem ich vor allem darauf achte, wo die Gäste stehen und ob das Licht von der falschen Seite kommt. Danach lässt die Aufmerksamkeit kurz nach, und das ist wieder der Moment, in dem die unaufgeregten Bilder entstehen.
Halb fünf, alle zusammen
Um halb fünf standen die Gruppenfotos an. Ich hatte die Liste vorher mit Laura und Alex abgesprochen, und bei etwa sechzig Gästen ist so ein Block in zwanzig Minuten machbar, wenn jemand hilft, die richtigen Leute zusammenzurufen. Länger sollte es auch nicht dauern, weil sonst die Geduld schneller aufgebraucht ist als die Liste.
Um fünf sind wir noch einmal zu zweit los, weg von der Feier an einen See in der Nähe. Nach dem formalen Teil des Tages ist diese Runde fast immer die ruhigere: tiefer stehende Sonne, weichere Schatten, und niemand, der wartet.
Um sechs nach drinnen
Um sechs sind alle nach drinnen gegangen, und die Feier ging im Bürgerhaus weiter. Der Wechsel von draußen nach drinnen ist der Punkt, an dem sich meine Arbeitsweise ändert: weniger Tageslicht, mehr Kunstlicht, andere Einstellungen. Ich stelle mich darauf schon vorher ein und schaue mir den Raum an, solange er noch leer ist.
Sechs Stunden Begleitung heißt, dass ich nicht bis zum Ende der Nacht bleibe. Das ist eine bewusste Entscheidung und für viele Paare die passende: Der Tag ist bis zum Abend vollständig dokumentiert, und was danach kommt, gehört ihnen allein. Am Ende wurden es über 175 bearbeitete Bilder aus diesem Tag.
Details
- Location
- Bürgerhaus Wellensieck, Oberhausen-Rheinhausen
- Trauung
- Freie Trauung unter freiem Himmel
- Gäste
- ca. 50-70
- Paket
- 6 Stunden Begleitung
- Fotos
- 175+ bearbeitete Bilder