Zwei Orte an einem Nachmittag
Lara und Alen hatten ihren Tag auf zwei Orte verteilt: die Feier am Seehaus in Forst, direkt am Walthersee, und die Trauung in St. Peter in Bruchsal. Solche Tage gehe ich vorher einmal komplett im Kopf durch, weil bei zwei Locations am Ende fast immer die Fahrzeiten darüber entscheiden, ob der Nachmittag ruhig bleibt oder hektisch wird.
Gerechnet wird dabei rückwärts. Die Trauung stand um 16:00 Uhr fest, davor lag das Paarshooting am See, danach die Gruppenfotos mit allen Gästen. Ich bin bei zwei Orten gern früh da und sehe mir die Stellen an, an denen später fotografiert wird. Die halbe Stunde vorher spart am Nachmittag regelmäßig deutlich mehr Zeit ein.
Um zwei am Wasser
Um 14:00 Uhr haben wir mit den Paarfotos angefangen, am Seehaus und am Ufer des Walthersees. Vor der Trauung zu fotografieren hat einen praktischen Vorteil: Kleid und Anzug sind frisch, und die beiden haben noch keine drei Stunden Gespräche hinter sich. Der Preis dafür ist die Mittagssonne, also sucht man den Schatten und arbeitet mit dem Wasser.
Ich gebe dabei wenig vor. Eine Richtung, ein paar Meter gehen, und dann warte ich, bis das Gestellte aus den Schultern fällt. Am See nimmt einem die Umgebung Arbeit ab: offene Fläche, Bäume am Rand, Licht, das vom Wasser zurückkommt. Nach einer knappen Dreiviertelstunde hatten wir genug Bilder, ohne dass es anstrengend geworden wäre.
Vier Uhr, St. Peter
Um 16:00 Uhr begann die kirchliche Trauung in St. Peter in Bruchsal. In der Kirche arbeite ich leise und mit langer Brennweite, meist von der Seite oder aus dem hinteren Drittel. Kein Blitz, keine Wege durch den Mittelgang, keine Bewegung in den Momenten, in denen ohnehin alle still sind.
Kirchen sind fotografisch fast immer dunkler, als sie sich anfühlen. Man fotografiert offen, nimmt etwas Korn in Kauf und achtet stattdessen auf den Ablauf: Einzug, Ringe, Segen, Auszug. Dazwischen bleibt Zeit für die Gäste in den Bänken, und dort entstehen bei einer Trauung oft die ehrlicheren Bilder.
Hundert Leute, halbe Stunde
Um 17:30 Uhr waren wir zurück am Seehaus, und dort standen die Gruppenfotos an, mit rund hundert Gästen. Das ist die Größenordnung, in der ein einziges Bild ohne Plan schnell vierzig Minuten kostet. Mit einer vorher abgestimmten Reihenfolge und zwei Leuten, die beim Zusammenrufen helfen, ist der ganze Block deutlich schneller durch.
Ich stelle solche Bilder gern etwas erhöht auf und fotografiere jede Aufstellung mehrfach, weil in hundert Gesichtern garantiert jemand blinzelt. Danach löst sich der Block von selbst auf, und es beginnt der Teil des Abends, in dem niemand mehr an die Kamera denkt. Genau darauf warte ich bei großen Gesellschaften.
Der Rest des Tages am See
Nach den Gruppenfotos wird es für mich ruhiger. Die Gäste verteilen sich, es wird angestoßen, und ich gehe herum und fotografiere, was ohnehin passiert. Am Wasser ist das dankbar: Es steht immer irgendwo jemand und redet, und das Licht wird mit jeder halben Stunde weicher, ohne dass man etwas dafür tun muss.
Sechs Stunden Begleitung sind bei einer Hochzeit mit zwei Orten eine bewusste Entscheidung. Sie decken den Kern des Tages ab, vom Paarshooting am See über die Trauung in Bruchsal bis in den frühen Abend zurück am Seehaus. Am Ende sind aus diesem Tag über 175 bearbeitete Bilder geworden.
Details
- Location
- Seehaus Forst am Walthersee und St. Peter, Bruchsal
- Trauung
- Kirchliche Trauung in St. Peter, Bruchsal
- Gäste
- ca. 100
- Paket
- 6 Stunden Begleitung
- Fotos
- 175+ bearbeitete Bilder